35 Jahre Rheindahlener Grenadiere

Am 28. Januar 1984 trafen sich 7 junge Männer mit der Idee, in Rheindahlen eine neue Schützengruppe zu gründen.
Man beschloss als Grüne Husaren beim Schützenfest aufzuziehen und sich aktiv am regen Bruderschaftsleben zu beteiligen.
Zu diesem Zeitpunkt hat wohl niemand geahnt, dass dieser Schützengruppe ein langer Weg bevorstehen würde.

Da die beiden Mitbegründer Heinz-Peter und Bernd Roemer schon in anderen Gruppen mitgewirkt hatten, war es
ein leichtes, allen anderen schnell begreiflich zu machen, welche Bedeutung Stillgestanden, Parademarsch und
Gleichschritt haben. Bereits zum Schützenfest im August 1984 war die Gruppe auf neun Uniformierte
herangewachsen.

Schon damals war es ein fester Grundsatz, dass die Gruppenstärke von 10 Mann jedoch nicht überschritten werden sollte.
Ebenso zählte es für die Männer der ersten Stunde dazu, dass regelmäßig monatliche Treffen stattfanden, um den
Zusammenhalt so zu stärken.
So wechselte man zwischen monatlichen Versammlungen im Vereinslokal und privaten Treffen bei den Mitgliedern.
Als Vereins- und Wachlokal wurde die Gaststätte „Haus Kohl“ auf der Gladbacher Straße gewählt.
Wie es die damalige Zeit mit sich brachte, musste auch mehrfach das Vereinslokal gewechselt werden.
Grundlegend hierfür war die Schließung der Gaststätten oder ein Wechseln der Wirte.
So dienten die Gaststätten Haus Kohl, der Rheindahlener Hof, das Haus Thelen, auch kurzweilig der Jägerhof als
Vereinslokal, bis man dann in der Bürgerstube unter der Leitung von Maria und Dieter Sodekamp ein
endgültiges Zuhause gefunden hatte.


Dadurch, dass in den achtziger Jahren noch das Ausleihen von Uniformen üblich war, konnte sich nur auf
die Teilnahme an den Schützenfesten im August beschränkt werden. Über die Jahre hinaus machte sich jedoch
 immer mehr der Wunsch breit, auch bei den auswärtigen Schützenfesten dabei zu sein.
Da die Leihgebühren für die Uniformen für je so ein Wochenende aber ins Unermessliche gegangen wären,
musste auf eine Teilnahme verzichtet werden. Und so wurde intensiv darüber nachgedacht, der
Schützengruppe ein neues Erscheinungsbild zu geben und sich eigene Uniformen anzuschaffen.
 

Im Jahr 1990 war es dann soweit, die Gelder waren angespart und aus der Vielzahl der Uniformarten
wurde eine ansprechende Uniform ausgewählt.
Die Wahl fiel auf die typisch preußisch blaue Uniform der Grenadier-Regimenter.
Somit war auch gleichzeitig der neue Gruppenname gegeben, der nun „Rheindahlener Grenadiere“ lautete.

Mit Stolz wurden beim darauf folgenden Schützenfest die neuen Uniformen präsentiert und man beteiligte sich von
da an auch an den Besuchen der Schützenfeste in Broich-Peel, Günhoven und Dorthausen.
Der Wandel der Zeit brachte es mit sich, dass wie auch in anderen Schützengruppen die Mitglieder wechselten
und sich neue Gesichter dazu gesellten.
 

Der Nachwuchs rückte ebenfalls auf, so dass aus den ehemals jungen Blumenhornträgern nun vollwertige Prünker wurden.
Nachdem die meisten der Mitglieder aus der damaligen Zeit die Schützengruppe verlassen hatten, bildete sich in
den frühen 90er Jahren eine neue Stammbesetzung um das einzige verbliebene Gründungsmitglied Heinz-Peter Roemer.

Gemeinsam setzen sie sich seitdem für die Ziele des Vereines ein und führen fort, was ihre Vorgänger begonnen hatten.
Ein großes und festes Ziel war die Anschaffung einer eigenen Fahne. Hierzu wurde ein Sparfond angelegt, in den
die Mitglieder einzahlten, weiterhin gingen großzügige Spenden von Freunden und Gönnern ein, so dass der
Anschaffung dieser Fahne finanziell nichts mehr entgegen sprach.

Anfang des Jahres 1997 wurde nun die Herstellung einer eigenen Fahne in Auftrag gegeben. Bereits im August
konnte man dann zum Schützenfest mit der Fahne aufziehen und diese der Öffentlichkeit vorstellen.
Ein fester Bestandteil des Vereinsgeschehens ist es somit geworden, dasswir mit der Fahne seit vielen Jahren
unsere Rheindahlener Majestäten am Samstag beim Stadtschützenfest zur Serenade und zum Umzug begleiten.
 

Ein weiterer Bestanteil des Vereinsgeschehens ist es, dass am Pfingstwochenende der Gruppenkönig ermittelt wird.
Diese Eigenheit wurde aus dem Jahr 1984 übernommen. Denn bereits im Gründungsjahr wurde der erste Gruppenkönig ermittelt.

Zu den herausragenden Ereignissen gehört ohne Zweifel das Jahr 2001, als Heinz-Peter Roemer am Kirmesmontag
beim Vogelschuss die Königswürde für das Schützenjahr 2002 errang. Mit seinen beiden Ministern Jacky Elsberger
und Andreas Rayer, welcher ebenfalls zu den Grenadieren zählt, erfüllte er sich damit den lang gehegten
Traum, nämlich zu seinem 50. Geburtstag Schützenkönig zu sein.
 

Doch dass dieser Traum noch weitergehen sollte, hatte zu diesem Zeitpunkt noch keiner geahnt.
Beim Stadtschützenfest im September 2002 trat er zum Vogelschuss an und wurde Bezirksminister für das Schützenjahr 2003.
Von nicht geringerer Bedeutung war diese Zeit auch für die gesamte Gruppe „Rheindahlener Grenadiere“, denn als Schützengruppe des Bezirksministers erhielt man die Gelegenheit auf Einladung hin als Gäste bei den verschiedensten Schützenfesten im Bezirksverband mitzuwirken.
 

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war das Jahr 2008. Unsere Schützenbruderschaft feierte ihr
575- jähriges Bestehen und zu diesem Anlass wurde unter allen noch lebenden Schützenkönigen der König der Könige
ermittelt. Umso mehr war es erfreulich, dass unserem Gruppenmitglied und Schützenkönig des Jahres 2002
Heinz-Peter Roemer der alles entscheidende Schuss gelang. Zur großen Parade am Sonntag trug er das alte
ehrwürdige Kirchspielsilber. Ein Ereignis, welches sich wohl für immer in die Geschichte des Vereines eingeschrieben hat.


Im Jahr 2009 blickte man bereits auf ein 25-jähriges Bestehen zurück. Dieser Anlass wurde dann auch gebührend gefeiert.
Die Jubiläumsfeier fand am 25.April des Jahres im Jugendheim statt. Viele Bruderschaftler, Majestäten, Ehrenmitglieder,
Gründer, Freunde und Gönner waren gekommen, um gemeinsam mit uns zu feiern und dieses Jubiläum zu einer
unvergesslichen Begebenheit zu machen.

In nahezu allen Gruppierungen unserer Schützenbruderschaft ist die Nachwuchsförderung ein großes Ziel. So ist es
auch für uns immer wichtig gewesen, die Jugend schon früh an das Brauchtum heranzuführen. Deshalb sind
wir besonders stolz, dass wir im Jahr 2016 das komplette Jungkönigshaus stellen konnten.

Jungkönig war Mario Heidgen, seine beiden Ritter waren David Rayer und Dennis Heidgen. Altersmäßig waren sie
das jüngste Jungkönigshaus seit Einführung der Jungmajestäten in der
St. Helena Schützenbruderschaft Rheindahlen im Jahre 1980.

Auch das Jahr 2017 brachte für die Rheindahlener Grenadiere zwei erfreulichüberraschende Begebenheiten mit sich.
Marvin Heidgen, der Sohn unseres Mitgliedes Michael, wurde Ritter beim ersten Schülerprinzen unserer Bruderschaft.
Weiterhin gelang es nach vielen vergeblichen Versuchen über die Jahre hinweg, erstmalig zur Frühkirmes beim
Pokalvogelschuss den Wanderpokal der Schützenbruderschaft zu gewinnen.

Dass aber auch Freud und Leid nahe beieinander liegen, mussten wir ebenfalls schmerzlich erfahren.
Denn im März des Jahres 2018 verstarb plötzlich und unerwartet unser Mitglied, Gründer und Freund Heinz-Peter Roemer.
 

Heute 35 Jahre nach der Gründung können wir auf ein bewegtes Vereinsleben zurückblicken. Die Veränderung
der Altersstruktur zeigt, dass in der Gruppe sowohl junge wie alte Mitglieder das Vereinsleben und Traditionen
aufrechterhalten können und es ein gutes Miteinander gibt. Viele von den damals gesetzten Zielen haben
heute noch Bedeutung und Neues wird durch die jüngere Generation geprägt.
 

Zum generellen Engagement gehört auch immer die aktive Beteiligung am Bruderschaftsleben.
So ist es selbstverständlich bei der Nachtwallfahrt nach Hehn, Fronleichnamsprozession, der Frühkirmes, dem
Schützenfest, den auswärtigen Schützenfesten u.v.m. dabei zu sein.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass unser Gruppenmitglied Walter Gillessen seit dem Jahr 2013
als Beisitzer für die Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand tätig ist.
 

35 Jahre „Rheindahlener Grenadiere“ bedeuten für uns weiterhin das Gemeinschaftsgefühl aufrecht zu erhalten
und das Miteinander in der Bruderschaft zu pflegen. Die Gruppenstärke liegt 2019 bei 8 aktiven Mitgliedern.
 

Die „Rheindahlener Grenadiere“ sagen herzlichen Dank all denen, die über die vielen Jahre hinter uns gestanden
haben und deren Rat für uns immer sehr wertvoll gewesen ist. Unser Dank gilt all den Vorständen unserer
Schützenbruderschaft, den Freunden und Gönnern, die uns nun 35 Jahre begleitet haben.
 

Für die Rheindahlener Grenadiere
Walter Gillessen

(Bericht aus dem Festheft der St Helena Schützenbruderschaft 2019)

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Entstehung der Schützengruppe Rheindahlener Grenadiere

Die Anfänge der Rheindahlener Grenadiere gehen in das Jahr 1984 zurück.
Den Grundstein legten damals Heinz Peter und Bernhard Roemer als sie die Schützengruppe "Grüne Husaren" gründeten.
In den darauf folgenden Jahren blieb man den Husarenuniformen treu, bis man sich 1990 dazu entschloss durch eine andere Uniform der Gruppe ein neues Erscheinungsbild zu geben.
Schnell war aus der Vielzahl der Uniformarten eine ansprechende ausgewählt.
Die Wahl viel auf die typisch preußischblaue Uniform der Grenadier-Regimenter.
Somit war auch gleichzeitig der neue Gruppenname gegeben, der nun "Rheindahlener Grenadiere" lautete.
Da bis zu diesem Zeitpunkt die Uniformen geliehen werden mussten, war der Wunsch in eigenen Uniformen aufziehen zu können groß und wurde bereits im Folgejahr verwirklicht.
Mit Stolz wurden beim Schützenfest die neuen Uniformen präsentiert. Vereint beteiligte man sich von da an auch an den Besuchen der Schützenfeste in Broich Peel, Günhoven und Dorthausen, woran bis heute festgehalten wird.

Wie auch in anderen Schützengruppen, so wechselten auch bei den Grenadieren im Laufe der Jahre einige Mitglieder. Der Nachwuchs rückte auf und neue Gesichter gesellten sich dazu so das stets eine Gruppenstärke von 6-8 uniformierten gegeben war.
Aus der Gründungszeit blieb Heinz Peter Roemer als einziger der Gruppe erhalten.
Er wurde von den Aktiven zum Major auf Lebenszeit ernannt.
Neben den aktiven Schützen zählen zu den Grenadieren auch die passiven Mitglieder.
Natürlich ist man in den Reihen der Grenadiere auch stolz auf die Ehrenmitglieder.
Mittlerweile ist die Zahl derer auf 10 angestiegen.
Verdiente Rheindahlener und Bruderschaftler, die sich besonders durch die Förderung der Rheindahlener Grenadiere ausgezeichnet haben, wurde im Laufe der Jahre diese Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Ein großes und festes Ziel war die Anschaffung einer eigenen Fahne. Durch intensives sparen und durch großzügige Spenden von Gönnern und Freunden ist dieses Ziel erreicht worden.
Im Jahre 1997 wurde eine eigene Fahne angeschafft. Beim Patronatsfest wurde die neue Fahne während der hl .Messe am Kirmessonntag geweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Eine Seite der Fahne zeigt den hl. Matthias, die andere Seite die Symbole der Grenadiere, den Hut ,gekreuzte Degen sowie das Gründungsjahr der Gruppe.
Maßgeblich zeichnen sich für die Gestaltung der Fahne verantwortlich, der damalige
1.Brudermeister Willi Kempers, sowie das aktive Mitglied der Gruppe Walter Gillessen.
Für alle aktiven Schützen der Grenadiere ist es etwas Besonderes, wenn man als eine der kleineren Schützengruppen innerhalb der St. Helena Schützenbruderschaft mit einer eigenen Fahne dabei sein kann.

Die Aktivitäten der Grenadiere beschränken sich aber nicht alleine nur auf das Schützenfest, vielmehr wird der innere Zusammenhalt, durch das Ausschießen des Gruppenkönigs- traditionell an Pfingsten- das Ausschießen eines Wanderpokals und durch die monatlichen Versammlungen und privaten Treffen gestärkt.
Gemeinsame Unternehmungen an Vatertag, ein jährlich stattfindendes Oktoberfest, sowie kleinere Feiern übers Jahr verteilt gehören ebenfalls zum Vereinsleben dazu.
Ebenso ist es zur Tradition geworden, dass am Nikolaustag für die Kinder eine Nikolausfeier stattfindet. Den Jahresabschluss bildet dann die Weihnachtsfeier der Mitglieder zu der auch Freunde und Verwandte eingeladen werden.

Zum generellen Engagement gehört auch immer die aktive Beteiligung am Bruderschaftsleben.
So ist es für alle selbstverständlich beim Frühjahrsputz, der Nachtwallfahrt, der Fronleichnamsprozession u.v.m. dabei zu sein.
Vorrausschauend das das irgendwann der Nachwuchs die Ziele der Rheindahlener Grenadiere fortsetzt, blickt man frohen Mutes in die Zukunft und ist sich sicher das im Sinne von Glaube, Sitte, Heimat, die Rheindahlener Grenadiere noch lange fester Bestandteil der St. Helena Schützenbruderschaft Rheindahlen und Kirchspiel e.V. sind.

(Bericht aus dem Festheft der St Helena Schützenbruderschaft 2014)

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Letzte Aktualisierung: 03.09.19  
Michael Pohl